Die Afrika Expedition Tansania startet in Nairobi. Heute fällt uns das Aufstehen nicht schwer. Nach dem Frühstück im Hotel packen wir schnellstens unsere Sachen und beladen den LKW.

Dann Abfahrt über Narok Richtung Masai Mara-Reserve. Endlich unterwegs. Der Schrecken steckt allen noch in den Gliedern, als wir an den Horror mit unserem Gepäck auf dem Flug von Rom nach Nairobi denken. Durch einen Streik des Bodenpersonals der ALITALIA mussten wir ohne Gepäck in Rom abfliegen, man hatte uns aber versichert, dieses mit der nächsten ALITALIA Maschine nachzuschicken. Leider hatte das nicht geklappt.
Nach einer telefonischen Reklamation in Rom wurde uns dann zugesagt, das Gepäck mit der nächsten Kenia Airways Maschine nachzuschicken.

Hierauf wollten wir uns nun aber nicht mehr verlassen und so flog ich noch in der Nacht zurück nach Rom, um mich persönlich um das verschollene Gepäck zu kümmern. Nach Recherchen und zähen Verhandlungen ergab sich dann, dass ich das Gepäck auf meinem Rückflug nach Nairobi mitnehmen konnte. Diese Aktion kostete ein Ticket Nairobi-Rom-Nairobi, mehrere Tage Herumlungern in der Stadt für die Gruppe und ein paar schlaflose Nächte, denn schließlich konnten wir ohne komplette Bergausrüstung unsere Bergtouren nicht antreten.
In Narok unsere erste Pause (Coca und Samosas), die ersten Masai, Verkaufsstände, Dorftreiben. Wir fahren weiter und wir beginnen bald mit der Suche nach einer Campsite. Regen und eine schlechte, matschige Piste erschweren das Vorwärtskommen. Wir schaffen es dennoch durchzukommen. Am späten Nachmittag bauen wir unser erstes Camp in der Wildnis auf.


Das Essen steht am Feuer. Wir sitzen zusammengekauert unter der seitlichen Regenplane des LKW. Es regnet heute Abend besonders stark. Charles und Boniface, unsere beiden Köche, haben dennoch toll gekocht. Der Regen und zunehmendes Gewitter vertreiben uns recht schnell in die Zelte. Zum Glück regnet es am Morgen nicht mehr. Die anhaltenden Regenfälle und das Gewitter sind vorbei. Strahlender Himmel, Sonnenschein und Vögel wecken uns. Gleich nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen. Die Köche kümmern sich um Küche und Tische, wir um Zelte, Matten, Stühlchen und Gepäck. Am Anfang gibt es noch Probleme beim Verstauen der Ausrüstung. Es will nun mal nicht alles in den LKW passen. Wir sind bald im Masai Mara-Reservat.
Mittagspause unter schattigen Bäumen am Rande des Parks am Ufer des Sandriver. Hier bauen wir unser Camp auf und nach getaner Arbeit planschen wir im sandigen Wasser.


Am Nachmittag unternehmen wir eine Pirschfahrt durch den Park. Wir treffen auf Elefanten, Schakale, Büffel, Gnus, Topis, Kronenkraniche, Warzenschweine, Sekretärvögel - ein eindrucksvolles Erlebnis.




Nach dem Frühstück und Aufladen des LKW (heute klappt es schon viel besser) brechen wir auf zur Tansania-Grenze. Die Grenzformalitäten an dieser inoffiziellen Grenze nehmen einige Zeit in Anspruch. Es wird "geschmiert" auf beiden Seiten. Die einen kassieren, weil sie uns rauslassen, die anderen weil sie uns hineinlassen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu bezahlen, um einen größeren Umweg über die offizielle Grenze zu vermeiden. Dadurch ersparen wir uns lange Wartezeiten und komplizierte Formalitäten.
Serengeti
Unmittelbar am Grenzübergang beginnt der Serengeti Nationalpark. Wir stellen fest, dass die Tiere in diesem Park spärlich und scheuer geworden sind. Die Fluchtdistanz ist geringer und schon das Motorengeräusch des LKWs vertreibt sie. In der Lobo-Lodge, schön auf einem Hügel gelegen, gönnen wir uns eine Erfrischungspause.


Dann geht es weiter durch die zunächst hügelige Landschaft der Serengeti. Unterwegs sehen wir Geparden mit Beute, Löwen, Giraffen und Elefanten.



Gegen Abend kommen wir zur Seronera-Campsite, wo wir die Zelte aufschlagen.


Auf dem Weg zur Seronera-Lodge sehen wir heute wieder viele Tiere. Die Lodge ist besonders eindrucksvoll gelegen. Die Bäume, Felsblöcke und Natursteine sind in die Architektur der Lodge einbezogen worden.


Allmählich verlassen wir den vegetationsreicheren westlichen Teil des Parks und gelangen schließlich in die endlosen, topfebenen Grassteppen mit ihren riesigen Herden von Gnus und Zebras, die die Serengeti berühmt gemacht haben. Einzige Orientierungspunkte sind die hin- und wieder auftauchenden Felsenhügel, die man Kopjes nennt und am fernen Horizont bereits die Umrisse der Ngorongoro Berge. Am Fuße der Simba-Kopjes rasten wir. Die Bäume spenden zum Glück reichlich Schatten. Vom Gipfel der Felsen aus können wir das Ausmaß der Savannenlandschaft bewundern.


Langsam nähern wir uns den Naabi Hills, in der Nähe des Ostgates des Parks. Hier schlagen wir in einem kleinen Wäldchen das Camp auf und fühlen uns wie auf einer Insel, umgeben von der unendlichen Savanne. Wir haben noch Zeit, um vor Eintritt der Dämmerung von erhöhter Position aus die imposanten, riesigen Herden von Gnus und Zebras zu beobachten.



In der Nacht hören wir das laute, eintönige Grunzen der Tiere. Die Hyänen heulen. Auch das Brüllen von Löwen fehlt heute nicht. Die Geräusche der Serengeti begleiten uns in den Schlaf.
Ngorongoro Krater
Bei Sonnenaufgang verlassen wir das Camp am Hügel oberhalb der weiten Ebene. Der Weg führt uns zum Ngorongoro-Krater. Hinter uns liegt die flache Landschaft der Serengeti. Der LKW bringt uns nun immer höher zu grün bewachsenen Bergen, wir sehen wieder Bäume und Buschwerk. Unterwegs treffen wir auf einige Masai, die mit ihren Kuhherden vorbei ziehen.
Plötzlich sind wir am Krater. Tief unten liegt die flache Kratersohle mit einem Wald aus Fieberakazien und einigen kleineren Sodaseen. Man kann sich nur sehr vage vorstellen, dass dort unten viele Tiere leben. Morgen wollen wir in den Krater hinunterfahren. Von der unmittelbar am Kraterrand gelegenen Ngorongoro Krater-Lodge aus hat man einen eindrucksvollen Blick in den Krater (20x16 km). Schroff fallen die dicht bewaldeten Hänge zur 600m tiefer liegenden Kratersohle ab. Vor der Lodge sitzen einige Marabus und zeigen ihre Flugkünste. Wir fahren zum Lions-Camp, einige Kilometer von der Lodge entfernt.
Unterwegs machen wir Einkäufe - genauer gesagt, die Köche kaufen ein und wir schauen uns um. Dem Metzger und Bäcker des Dorfes Ngorongoro statten wir einen Besuch ab. Wir fahren weiter zur Campsite. Der Platz liegt unmittelbar am Kraterrand und bietet grandiose Ausblicke.

Im Krater regnet es bereits und die Regenwand kommt sehr schnell näher. Wir haben kaum die Zelte aufgebaut, als es schon zu regnen anfängt. Der Regen hört genauso abrupt auf wie er begonnen hat. Nach dem Abendessen sitzen wir am Lagerfeuer und warten auf den Mondaufgang.
Heute geht es hinab in den Krater. Schon die Abfahrt ist atemberaubend. Ein schmaler, kurvenreicher Pfad, höchstens für Landrover geeignet, beschert uns eine Gänsehaut.


Wir fahren mit unserem schweren LKW hinunter - eine Herausforderung für den Fahrer, denn die Strecke ist steil, eng und glitschig. Wir machen uns langsam auf den Weg, um Landschaft und Tiere hier unten zu beobachten. Wir sehen viele Gnus mit Nachwuchs, Thomson-Gazellen, Grants, Zebras, Büffel, Warzenschweine, Trappen, Hyänen und Kronenkraniche.




An einem größeren Hippopool machen wir eine längere Pause. Hier haben wir Gelegenheit, diese schönen Tiere aus der Nähe zu beobachten. Sie wälzen sich im Wasser des Pools, was ihnen sichtlich Vergnügen bereitet.


Plötzlich bleiben wir mit einem Hinterreifen in einem Schlammloch stecken. Alle müssen aussteigen. Sandschienen, die sich auch im Schlamm gut bewähren, werden eingesetzt. Etwas buddeln, zwei Sandschienen und schieben - binnen kurzer Zeit sind wir raus aus dem Loch.



Zurück im Camp stärken wir uns ein wenig. Am späten Nachmittag kommen wieder Regenwolken auf. Unser Camp bleibt davon nicht verschont.
Nach einem kurzen Besuch der Gedenktafel für Michael und Bernhard Grzimek und für andere, die im Kampf um den Schutz von Afrikas Tierwelt ums Leben gekommen sind, fahren wir weiter Richtung Lake Manyara.
Lake Natron
Der Weg geht immer weiter bergab durch Urwald, vorbei an moosbewachsenen Riesenbäumen, tropischen Gewächsen, Sträuchern und undurchdringlichem Gewirr von Pflanzen. Im Lake-Manyara-Hotel legen wir nach der langen Fahrt eine Pause ein und sehen uns in der Gegend um. Das Hotel liegt direkt oberhalb des Grabenabbruchs in einer landschaftlich reizvollen Umgebung mit Blick auf den See.


Bald fahren wir weiter und erreichen den Ort Mto Wa Mbu. In der Nähe des Marktplatzes halten wir an und kaufen Verpflegung für die nächsten Tage ein. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Lake Natron, wird es sicher keine Einkaufsmöglichkeit mehr geben. Nach Einkaufen und Tanken fahren wir weiter. Wir biegen von der Hauptroute ab und nehmen Kurs nach Norden in Richtung Natron-See. Die nun folgende Staubpiste ist erbarmungslos und die Sonne brennt. Kiloweise roter, brauner und gelber Sand strömt in den LKW. Alles ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Stunde um Stunde ändert sich nichts. Nase, Mund, Ohren, Augen und Klamotten sind voll von Sand und Staub. Sogar unseren LKW hat der Staub geschafft. Eine Zwangspause, da auch die Filter zu sitzen.


Auf dieser sandigen Piste gelangen wir in eine eindrucksvolle, wilde Vulkanlandschaft. Die Tiere sind auch hier sehr scheu. Wir sehen einige Gazellen, Büffel, Zebras, usw. Die bizarre Landschaft mit vielen Kegelbergen und Kratern kommt immer näher. Der sandige Boden ist fester und dunkler geworden und geht über in schwarze, mit grünem Gras bewachsene Lavaerde. Die Kraterwände werden immer höher, schroffer und wilder. Wir fahren am Abbruch des Ostafrikanischen Grabens entlang. Während der ganzen Fahrt haben wir einen eindrucksvollen Blick auf den Ol Doniyo Lengai (2.880m), ein noch tätiger Vulkan, der die weiten Ebenen überragt.
Dieser Berg mit seinen schroffen, vegetationslosen Flanken, gilt für die Masai als der Berg ihrer Götter. Der Gipfel ist meistens in Wolken gehüllt, die im Laufe des Tages immer tiefer an den Bergwänden herunter gleiten, eine gewaltige Erscheinung. Nach einem langen Fahrtag finden wir am späten Nachmittag einen romantischen Lagerplatz.

Der Platz ist genauso ungewöhnlich wie die Gegend - an einem Krater, dessen Rand auf gleichem Niveau liegt, wie die ihn umgebende Landschaft. Man könnte sich so einen Meteoritenkrater oder Bombentrichter vorstellen. Erst aus geringer Entfernung konnten wir dieses riesige Loch ausmachen. Die Luft ist hier sehr heiß und trocken. Heute Morgen noch vor dem Frühstück sind alle unterwegs. Neugierig klettern wir im Innern des Kraters umher.


Angesichts des schlechten Zugangs über steil abfallende Wände ist das kein einfaches Unterfangen - man sieht die Wanderer nur als kleine Punkte und hört ihre Rufe von unten. Der Rest der Gruppe wandert am Kraterrand entlang, bewundert die Landschaft, filmt und fotografiert. Bald bekommen wir Besuch von den ersten Masai. Es sind zuerst junge Krieger, dann Frauen und Kinder. Sie beobachten unsere Bekleidung, Haare, Zelte, Küchengeschirr, Auto - wir deren Schmuck, Speere, Kleider, Haartrachten und Gegenstände.
Wir fahren weiter in Richtung Natronsee. An einem Fluss campieren wir. Kurzentschlossen brechen wir zu einer ausgedehnten Flusswanderung auf, um so evtl. den Natronsee zu Fuß zu erreichen.


Das Flussbett ist von Gewächsen, Sträuchern und Bäumen teilweise völlig überwuchert. Wir gehen mit der Strömung. Der dicht zugewachsene Fluss wird noch undurchdringlicher, die Durchgänge immer enger.

Schließlich kriechen wir auf allen Vieren vorwärts, bis der Fluss ganz versickert ist. Auf einmal gibt es keinen Fluss mehr, obwohl er eben noch so viel Wasser mit sich führte. Wir versuchen, dem Flussbett entlang zu marschieren und suchen so den Weg zum Natronsee.Plötzlich hören wir seltsame Laute im Gebüsch - Stimmen, menschliche Silhouetten huschen schnell vorbei. Wir treffen einige junge Masaikrieger. Nach der Begrüßung versuchen wir ihnen zu erklären, dass wir zum "großen Wasser" wollen. Sie sprechen kein Englisch. Unsere Suaheli-Kenntnisse sind miserabel. Maji - Maji heißt Wasser. Das ist das Einzige, was wir sagen können und die jungen Krieger führen uns wieder zum Fluss. Sie haben nicht verstanden, dass wir zum See gehen wollen.


Auf einmal bleiben sie stehen. Sie spähen auf eine bestimmte Stelle, reden aufgeregt aufeinander ein und zeigen auf etwas im Gestrüpp. Wir verstehen sie nicht. Sie haben eine schwarze Mamba auf einem Baum entdeckt. Der Kampf gegen die Schlange fängt an. Sie versuchen zu viert, das Reptil aus seinem Versteck in der Spitze eines Busches zu vertreiben.
Keulen werden geworfen und die Lage aufs Neue besprochen. Jetzt kommen die Macheten und Speere an die Reihe.

Sie werfen mit dem kurzen Schwert solange nach der Schlange, bis sie treffen und sie halb durchtrennt am Boden liegt. Jetzt können wir sie aus der Nähe betrachten. Wir verabschieden uns von den Masaikriegern und gehen den Fluss entlang zurück zu unserem Camp.
Noch heute wird ein großer Waschnachmittag eingelegt. Die Sträucher in der Umgebung des Camps sind als Wäschetrockner sehr gefragt; alles ist belegt mit frisch gewaschenen Sachen. Danach nehmen wir den LKW, um doch noch zum Natronsee, 610m hoch gelegen, zu gelangen. Das gegenüber liegende nördliche Ufer bildet bereits die Grenze zwischen Tansania und Kenia.

Die Hitze ist trotz des späten Nachmittags erbarmungslos. Die Luft flimmert vor Hitze, das brackige Wasser stinkt nach Soda und Kot der Flamingos. Hier an diesem See bauen alle Flamingos Ostafrikas ihre Nester. Die Kleinvögel können hier in Ruhe, weit ab von gefährlichen Tieren und Raubvögeln, aufwachsen. Hier fühlen sie sich vor Feinden sicher. Noch abends im Camp stöhnen wir über die hohen Temperaturen. Kurz nach Sonnenaufgang marschieren wir unter Führung eines Masai zu einem Wasserfall in der Umgebung. Nach den Erzählungen der Einheimischen soll dieser besonders schön sein. Zuerst wandern wir durch ebenes Gelände, entlang eines Flusses. Immer wieder können wir den in Wolken gehüllten "Heiligen Berg" der Masai sehen. Heute Morgen ist der Himmel etwas bewölkt und das ist gut so, denn eine längere Wanderung unter glühender Sonne wäre hier fast unmöglich. Wir müssen einen Fluss überqueren und kommen immer tiefer in die Berge. Der Weg wird steiniger und enger.


Den Wasserfall erreichen wir nach ca. zwei Marschstunden. Die schwierige Wanderung hat sich gelohnt. Wir bewundern das Naturschauspiel. Das Wasser stürzt mehrere Meter in die Tiefe. Die steilen Felswände sind mit Moos und tropischen Pflanzen, wilden Bananen und Palmen bewachsen. Ein Urwald mitten in der Wüste. Jetzt haben wir Gelegenheit, uns unter dem Wasserfall zu erfrischen. Es ist sehr weiches, frisches Wasser und etwas sodahaltig. Langsam treten wir den Rückweg an.
Nach dem Frühstück bauen wir das Camp ab. Wir müssen heute noch weiter Richtung Arusha fahren. Der Weg ist nicht weit, aber die Piste unmöglich. Riesenlöcher, die durch den Regen oft mit Schlamm bedeckt sind und eine Unmenge ausgetrockneter Flussbetten gilt es zu bewältigen.



Dies müssen wir in Kauf nehmen, denn die Strecke zurück zur Hauptstraße von Mto Wa Mbu nach Arusha würde sicher ein bis zwei Tage dauern. Arusha ist erreicht und im "Safari Grill" können wir nun ausgiebig frühstücken. Wir haben hier etwas Zeit, um die Stadt zu sehen, Post zu erledigen, einzukaufen, Geld zu wechseln usw. Unsere Köche kaufen Verpflegung für die nächsten Tage ein.
Mount Meru
Wir fahren weiter zu dem landschaftlich besonders schönem Arusha-Nationalpark. Er ist nur fast 140qkm groß, bietet jedoch unterschiedlichste Landschaftsformen wie Savanne, Dschungel und Hochgebirge (1.500m bis 4.566m). Fauna und Flora sind sehr artenreich. Zum Park gehören der Mt. Meru, die Momella-Seen und im Osten der Ngurdoto-Vulkankrater. Wir betreten den Park durch das Parkgate im Südwesten und schlagen die Zelte auf der Campsite Nahe des Gates auf - Wasserfassen, Camp aufbauen, Träger und Führer für die Mt. Meru-Besteigung besorgen, allgemeine Lagebesprechung. Die anstrengende Besteigung des Mt. Meru und des zweiten Gipfels, des Little Meru, sollen uns als "Eingehtour" und zur Höhenanpassung für die spätere Besteigung des Kilimandscharo dienen. Leider müssen wir aus Zeitgründen die beiden ersten Etappen zusammenfassen und an einem Tag bewältigen. Das bedeutet einen Höhenunterschied von 2.000m und eine Gehzeit von sicherlich 8 bis 9 Stunden. Nach dem Abendessen gehen wir recht früh in die Zelte. Alle sind schon in Gedanken bei der morgendlichen Bergbesteigung.

Um 6 Uhr morgens stehen wir auf. Die zwei Führer und fünf Träger warten bereits. Der Weg ist zuerst relativ flach. Wir passieren sanft ansteigende Wiesen, die dann allmählich in tropischen Bergwald übergehen. Die Strecke wird langsam steiler und beschwerlicher.


Langsam gehen wir immer höher und höher, zunächst über sanfte Hügel, bald aber über steilere Abschnitte. Wir gelangen in den tropischen Bergwald.




Nach dreistündigem, anstrengendem Marsch erreichen wir die Miriakamba-Hütte in einer Höhe von 2.514 m. Diese Etappe war unerwartet schwierig. Wir machen an der Hütte eine längere Pause - trinken, essen, sonnen, ausruhen, warten auf die Träger. Nach einer Stunde Pause brechen wir zur zweiten Hütte (Saddle-Hut) auf. Wir bewundern unterwegs die einmalige Landschaft: Hochmoor, Moos bewachsene Bäume, tropische Pflanzen, Gräser, Sträucher, Blumen - ein Paradies für Naturfreunde.
Die Wege auf der zweiten Etappe sind noch schmäler und viel steiler als auf der ersten Etappe. Wir haben Probleme. Die schweren Rucksäcke, die steilen Wege, die nicht enden wollen, machen uns sehr zu schaffen.




Immer höher, immer weiter. Zum Schluss können wir schon fast nicht mehr laufen, die Beine und Knie schmerzen durch die extreme Belastung.
Schließlich kommen wir nach fast 9 Stunden endlos müde und hungrig in der Saddle-Hut (3.570m) an.
Wir ziehen zuerst die verschwitzten Sachen aus, trinken ausgiebig, kochen eine undefinierbare Spargel -Champignonsuppe mit Spaghetti. Sie schmeckt eklig, aber wir haben Hunger. Der heutige Tag hat wegen des schwierigen und immer steilen Geländes Höchstleistung gefordert. Vor Einbruch der Dunkelheit laufen wir dennoch ein wenig in der näheren Umgebung der Hütte umher. Wir wollen um zwei Uhr nachts zum Gipfel des Mt. Meru (4600 m) aufbrechen. Heute Abend gehen wir also früh schlafen.


Um 3 Uhr nachts Abmarsch mit zwei Führern. Es ist kalt, dunkel, wolkig, wenig Sterne. Die ersten Stunden kämpfen wir uns die sehr steilen Wege hinauf, hochmoorähnliche Wiesen, die dann in eine Stein- und Felswüste übergehen. Felsen, Steine, Felsen - der Weg wird immer länger und beschwerlicher. Man kann froh sein, dass es noch dunkel ist und man so nicht die Strecke sieht, die vor einem liegt. Einige von uns kommen nicht mehr mit. Wir einigen uns, dass die "Schnelleren" mit einem Führer vorgehen. Die Anderen kommen mit dem zweiten Führer nach. So klappt es besser. Wir gehen weiter, Schritt für Schritt, ein Fuß nach dem Anderen; Steine, Felsen, schlechte Sicht - wir tappen immer weiter. Irgendwann wird es heller und langsam geht die Sonne auf. Der ganze Himmel färbt sich rot. Am Kraterrand, an einen Felsen gelehnt, rasten wir und bewundern das stets wechselnde Farbenspiel am Himmel. Jetzt erst nehmen wir die majestätische Bergwelt wahr, durch die wir in den letzten Stunden herum gestapft sind.




Um länger zu verweilen ist es hier oben doch zu kalt. Wir machen uns nach und nach auf den Weg. Ein Vorsichhinbewegen, immer weiter und weiter, entlang des steil ansteigenden Grates des Kraterrandes.

Man meint, der nächste Punkt sei der Gipfel, doch der Gipfel ist hier lediglich der höchste Punkt des Kraterrandes. Der Weg ist durch Stöcke, die zwischen den Felsen hervorragen, gekennzeichnet. Auf einmal ist er da, "der Gipfel". Nur noch ein paar Felsen und Steine trennen uns vom Gipfelkreuz.



Erschöpft bis aufs Letzte, aber die Augen lachen. Mensch, wir haben es geschafft. Am Gipfel angekommen machen wir zuerst Fotos, dann gibt es eine kleine Stärkung - Müsliriegel und kaltes Wasser aus der Flasche. Wir bleiben noch eine Weile zusammen am Gipfel und bewundern den Blick auf den ca. 50 km Luftlinie entfernten Kilimandscharo.

Wir müssen leider zurück zum Basiscamp. Wir sind froh, endlich wieder die erste Hütte vor uns zu sehen, wo wir eine kurze Rast vor dem endgültigen Abstieg einlegen.



Ein anstrengender Tag am Mt. Meru ist zu Ende gegangen. Heute Morgen fühlen wir uns nach ausgiebigem Schlaf schon wieder gut erholt. Wir sind alle froh, dass wir die "Eingehtour" am Mt. Meru gut gemeistert haben.

Wir fahren weiter nach Moshi, die letzte größere Stadt vor Marangu, Basisstation des Kilimandscharo. In die erste beste Kneipe kehren wir ein und gönnen uns ein paar Drinks, um so die glückliche Heimkehr von der Bergtour gebührend zu begießen.
Kilimandscharo
Hier in Moshi hat Friedhelm in der Zwischenzeit bereits die Führer für die Kili-Besteigung engagiert. Sie sitzen mit uns auf dem Lkw und stimmen das Kilimandscharo-Lied an. Wir fahren singend durch eine bezaubernde Landschaft. In der Ferne sehen wir plötzlich vor uns den Kilimandscharo bei strahlendem Wetter, ausnahmsweise einmal ohne den üblichen Wolkenschleier. Das Ziel der nächsten Bergbesteigung ist zum Greifen nah.

Basiscamp Marangu Gate (1.840m)
Am Fuße des Berges, am Marangu Gate, bauen wir unsere Zelte auf. Wir freuen uns, nach Tagen endlich einmal wieder am Lagerfeuer zu sitzen.



Heute legen wir einen Ruhetag ein. Auf dem Programm stehen: große Wäsche, hin- und herpacken, fotografieren, spazieren gehen, faulenzen, im Zelt herumliegen, Postkarten schreiben - also alles, worauf man Lust und Laune hat. Ein Ruhetag vor dem Berg. Am Nachmittag nochmaliges Probepacken, Abendessen, ein Drink, schlafen.

Um sechs Uhr morgens sind die meisten von uns wach. Wir packen das Gepäck für unsere Träger zusammen. Jetzt kann es losgehen. Um acht Uhr sind wir so weit - Abmarsch zum Kili.
Zuerst führt uns der Weg durch eine Hochwaldzone mit Moos bewachsenen Bäumen, tropischen Gewächsen und Waldbächen.


Nach zwei Stunden Wanderung legen wir die erste kurze Pause an einem kleinen Bach ein. Dann gehen wir weiter durch Hochmoor - Farne, Erikasträucher, Lobelien und Senecien.





Mandara Hütte (2.727m)
Nach einer weiteren Stunde Marsch erreichen wir die Mandara-Hütte auf 2.727m Höhe. Die einzelnen Hütten, von den Norwegern in A-Form gebaut, passen sich hervorragend der Landschaft an.

Die Träger kommen auch langsam mit unserem Gepäck. Heute übernachten wir in einer großen Gemeinschaftshütte. Das Erdgeschoß beherbergt den Aufenthaltsraum (Tische, Bänke, Ofen), in der ersten Etage, über eine steile Leiter erreichbar, stehen mehrere Etagen- Holzpritschen.
Am späten Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang in der Umgebung. Zuerst durch Wald, dann ein kurzes Stück durch eine zauberhafte Heidelandschaft - ein kleines Paradies. Ein schmaler Weg führt uns vorbei an Heidekrautgewächsen, Strohblumen, Wiesen, tropischen Bäumen, sanften Hügeln, eine Symphonie in Farben. Wir bleiben hier lange sitzen.


In der Ferne können wir den schneebedeckten Kraterrand sehen. Wir gehen zur Hütte zurück. Nach dem Abendessen gehen wir früh schlafen. Der morgige Tag wird bestimmt anstrengend.
Horombo Hütte (3.780m)

Nach dem Frühstück marschieren wir weiter. Zuerst durch Wiesen mit Erikasträuchern, dann durch Hochwald und Hochmoore.


Die Bäume und Riesensträucher werden kleiner, je höher wir kommen. Langsam wandern wir den vorgegebenen Pfad entlang, immer höher und höher.



Nach fünf Stunden Marsch ist die Horombo-Hütte erreicht. Nachdem das Gepäck angekommen ist, verteilen wir uns auf die Hütten und ruhen uns aus. Nach dem Abendessen sitzen wir noch vor der Haupthütte zusammen und bewundern den weiten, klaren Blick auf die unter uns liegende Tiefebene und auf den Weg, der uns morgen früh weiter Richtung Gipfel führen soll.



Um sieben Uhr Frühstück. Ein Blick nach draußen beängstigt uns - dichter Nebel im Bereich der Hütte, der sich dann aber relativ rasch wieder verzieht. Als wir aufbrechen zeigt sich schon wieder die Sonne. Wir wandern zunächst durch trockene Hochmoorwiesen, vorbei an Senecien und Lobelien. Die Vegetation wird rasch karger, die Sträucher immer niedriger, bis sie ganz verschwinden - die Steinwüste beginnt.
Kibo Hütte (4.780m)
Es geht stetig höher . Stunde um Stunde bewegt sich ein langer Treck von Bergsteigern, Trägern und Führern bergan.


Wir kommen zu einem lang gestreckten Bergrücken „Mawenzisattel“, den wir überqueren müssen, um zur Kibo-Hütte zu gelangen. Der Weg sieht auf den ersten Blick recht harmlos aus. Wolken kommen auf, der Wind pfeift mächtig über die flache, vegetationslose Ebene.



Da müssen wir durch. Wir ziehen die Mützen tief ins Gesicht und die Windjacken an. Am Fuße des Mawenzi machen wir eine kurze Rast und genießen den freien Blick auf die Gipfelregion des Kilimandscharo.


Am Mittag sehen wir in der Ferne endlich die Kibo-Hütte (4.780m), unser Tagesziel. Aber noch haben wir eine zünftige Wegstrecke vor uns und die dünne Luft in dieser Höhe macht uns schon zunehmend zu schaffen.
Dann sind wir endlich an der Kibo-Hütte angekommen, müde aber zufrieden. Jetzt gibt es eine ausführliche Rast und wir genießen in aller Ruhe den gigantischen Rundblick über die Bergwelt und die letzten warmen Sonnenstrahlen. Hier oben gibt es zwei große Steinhütten, eine für die Wanderer und eine für die Träger und Führer.

Das Wetter ist gut, die Sonne scheint, es gibt kaum Wolken - ein Blick auf den Kili, der zum Greifen nah scheint. Die Stimmung in der Gruppe ist gut, alle sind wohlauf.


Zum Abendessen gibt es Suppe und Tee. Alle sortieren ihre Sachen zum endgültigen Gipfelsturm. Die Kopfschmerzen werden langsam heftiger. Um ein Uhr nachts soll es losgehen zum Gipfel. Einige bleiben wegen ihrer Beschwerden in der Hütte zurück, die Anderen marschieren ausgerüstet mit Taschenlampen, Skistöcken und warmen Bergsachen los. Eine lange Karawane von Ber gsteigern mit Taschenlampen, deren Licht gespenstisch den Trampelpfad, der in Serpentinen bergan verläuft, beleuchtet, bewegt sich in der Dunkelheit über Lavasand und Geröll zum Gipfel vorwärts. Von der majestätischen Berglandschaft sieht man so gut wie nichts. Seit längerem ist starker Nebel aufgekommen, der die Sicht zusätzlich behindert. Am äußersten Kraterrand ist ein längerer Stopp am Gillmans Point angesagt.


Die restlichen ca. 180 Meter zum Uhuru Peak (5.892m) fordern die letzten Kraftreserven. Dann kommt die große Enttäuschung - die gesamte Gipfelregion liegt im dichten Nebel und man kann die Hand kaum vor Augen sehen. Eisige Kälte, heftiger Windsturm und Schneeverwehungen machen es unmöglich, hier auf Wetterbesserung zu warten, um später den Sonnenaufgang am höchsten Punkt Afrikas genießen zu können.

Schweren Herzens geht es zurück zur Kibo Hütte, die gegen 8 Uhr morgens erreicht wird. Die Enttäuschung ist allen anzusehen, auch die "Zurückgebliebenen" können das gut nachvollziehen.

Brillenträger sehen wie Taucher aus, eine totale, tiefe Erschöpfung macht sich breit. Nach einem notdürftigen Frühstück fallen alle in die Betten, die Grenze der Leistungsfähigkeit ist erreicht. Ein paar Stunden Schlaf werden die Lebensgeister sicher bald wieder wecken.
Kibo Hütte – Horombo Hütte – Marangu Gate

Später am Tag wandern wir nach und nach gemütlich zurück zur Horombo-Hütte. Nach dem frühen Abendessen gehen wir heute Abend sofort schlafen. Um neun Uhr am Morgen marschieren wir zunächst zur Mandarahütte hinunter und nach einer kurzen Pause dort direkt weiter bis zum Camp am Marangu-Gate.
Nochmals Steinwüste, Hochmoor, Heidegewächse, Riesengräser, Hochwald - immer tiefer hinunter.




Gegen Mittag sind wir am Gate und verabschieden uns von den Trägern und Führern und stimmen noch einmal gemeinsam mit ihnen das Kilimandscharo-Lied an.
Marangu - Arusha - Nairobi
Der heutige Tag bedeutet für uns viel fahren. Wir möchten es bis Nairobi schaffen. Wir stehen schon um 6 Uhr auf, packen alle Sachen, frühstücken, beladen den LKW, verabschieden uns vom KILI und fahren ab Richtung Grenze. Der Grenzübergang Tanzania-Kenia in Namanga geht leichter vonstatten, als wir gedacht haben. Nur ein Stempel im Pass, Deklarationen abliefern und schon können wir weiterfahren. So ähnlich spielt es sich auf der Kenia-Seite ab. Nach einer langen Fahrt kommen wir am späten Nachmittag in Nairobi an. Letzter Stadtbummel, gemeinsames Abendessen im Steakhaus und Vorbereitungen für den Rückflug.














